Filter Schadstoffrückhaltung Gutachten Aquaphor & Q1
Technologie · Laborwerte · Gutachten
Schadstoffrückhaltung der Aquadea Aktivkohle-Block-Patronen
Wie ein Aktivkohle-Block arbeitet – und was er nachweislich zurückhält. Prüfergebnisse zu den AQUALEN®-Aktivkohle-Blöcken, die in der Patrone K7B / Aquadea-Q1 eingesetzt werden. Alle Werte sind Orientierungswerte aus definierten Laborbedingungen.
1 · Was einen Aktivkohle-Block ausmacht
Hochverdichtete Aktivkohle mit enormer innerer Oberfläche – die Grundlage für den hohen Rückhalt
Ein Aktivkohle-Block ist kein Behälter voller Kohlekörner. Er ist ein fester, hochverdichteter Körper aus feinstem Aktivkohlepulver. Genau diese Bauweise entscheidet darüber, was ein Filter leisten kann – und was nicht.
Die innere Oberfläche
Aktivkohle wird typischerweise aus Kokosnussschale hergestellt und mit Wasserdampf aktiviert. Dabei entsteht ein Netz feinster Poren. Die so erzeugte innere Oberfläche liegt – berechnet nach dem BET-Verfahren – bei etwa 1.300 bis 1.400 Quadratmetern pro Gramm.
Zur Vorstellung: Eine 10-Zoll-Filterkerze mit rund 680 Gramm Aktivkohle bringt es auf eine innere Oberfläche von bis zu 880.000 Quadratmetern. Das entspricht der Fläche von etwa 100 Fußballfeldern – zusammengefaltet in einem Bauteil, das in eine Hand passt.
Drei Wirkprinzipien
Adsorption
Moleküle lagern sich an der inneren Oberfläche an. Das ist der Hauptmechanismus – auch für gelöste, wasserlösliche Stoffe.
Mechanische Filterung
Partikel oberhalb der Filterfeinheit werden schlicht zurückgehalten – Trübstoffe, Rost, Mikroorganismen.
Katalytische Prozesse
An der Kohleoberfläche laufen chemische Umwandlungen ab, etwa beim Abbau von Chlor.
Warum Nähe entscheidend ist
Die Adsorption beruht auf der London-Dispersionskraft, einer Form der zwischen Molekülen wirkenden Van-der-Waals-Kraft. Sie wirkt ähnlich wie die Gravitation – aber nur über extrem kurze Distanz. Der Abstand zwischen der Kohleoberfläche und dem zu bindenden Molekül muss deshalb sehr klein sein.
Diese Kraft wirkt additiv: Sie ist die Summe aller zwischenmolekular auftretenden Anziehungskräfte. Direkter Kontakt und additive Wirkung zusammen verleihen Aktivkohle die stärksten physikalischen Adsorptionskräfte aller bekannten Materialien. Grundsätzlich ist jede Verbindung in Molekülgröße adsorbierbar.
Block statt Schüttung
Lose Schüttung — Pulver oder Granulat
Das Wasser sucht sich zwischen den Körnern den bequemsten Weg. Die Kontaktzeit ist zu kurz, der Abstand zu den Molekülen zu groß.
Wasserlösliche Stoffe werden so kaum adsorbiert.
Verdichteter Aktivkohle-Block
Das Wasser wird dicht an die Aktivkohle gepresst und auf einem langen Weg durch den festen Block geführt. Daraus entsteht eine lange Kontaktzeit.
Deshalb hält ein Aktivkohle-Block auch gelöste, adsorbierbare Substanzen zuverlässig zurück.
Auf die Herstellung kommt es an
Bei einem hochwertigen Verfahren wird das Aktivkohlepulver punktuell mit einem porösen Bindemittel beschichtet und anschließend in Form verdichtet. Der Bindemittelanteil bleibt dabei unter 8 Prozent. Zwei Vorteile ergeben sich daraus:
- Die Poren der Aktivkohle verkleben nicht – die innere Oberfläche bleibt nutzbar.
- Über 90 Prozent aktive Substanz stehen tatsächlich zur Filterung zur Verfügung.
Nicht nur die Oberfläche zählt, sondern auch die Korngröße
Ab einer Korngröße von mehr als 100 µm lassen sich keine befriedigenden Adsorptionsergebnisse mehr erzielen – im Schwimmbadbereich wäre damit nicht einmal die DIN 19643 zu erfüllen. Verwendet wird deshalb Pulveraktivkohle im Bereich von 0 bis 90 µm, deren größter Teil bei etwa 40 µm liegt. Genau deshalb weist bereits ein 5-µm-Aktivkohle-Block eine sehr hohe Adsorptionsfähigkeit auf.
Absolut oder nominal – ein wichtiger Unterschied
0,8 µm absolut
Kein Partikel, das größer als 0,8 µm ist, passiert den Filter. Die Angabe ist eine verbindliche Obergrenze.
So ist die Patrone K7B / Aquadea-Q1 spezifiziert.
0,8 µm nominal
Nur einige Poren müssen 0,8 µm groß sein. Andere dürfen zwanzigmal größer ausfallen.
Da Wasser stets den Weg des geringsten Widerstands nimmt, fließt es bevorzugt durch die größten Poren. Eine nominale Angabe hat daher nur geringe Aussagekraft.
Achten Sie beim Vergleich von Filterprodukten also darauf, ob eine Porengröße als „absolut“ oder als „nominal“ angegeben ist. Die Zahl allein sagt wenig – zwei Filter mit identischer Angabe können völlig unterschiedlich arbeiten.
2 · Der Aufbau der Patrone K7B / Aquadea-Q1
Zwei Filterstufen in einem Gehäuse – Adsorption und Keimsperre
Die Patrone K7B / Aquadea-Q1 arbeitet zweistufig. Die eine Hälfte des Gehäuses nimmt der Aktivkohle-Block mit AQUALEN®-Technologie ein, die andere Hälfte eine Hohlfasermembran. Beide Stufen lösen unterschiedliche Aufgaben – erst zusammen ergeben sie das Gesamtergebnis.
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Stufe 1Aktivkohle-Block mit AQUALEN® |
Stufe 2Hohlfasermembran Keimsperre |
| 0,8 µmabsolut, durchgängig | 0,1 µmBakterienrückhalt Log 6 |
Schematischer Aufbau der Patrone K7B / Aquadea-Q1 – Fließrichtung von links nach rechts
Stufe 1 · Aktivkohle-Block mit AQUALEN®
Hochverdichtete Aktivkohle in Kombination mit AQUALEN®-Fasern. Diese Stufe leistet die Adsorption: organische Stoffe, Chlor, Pestizide, Schwermetalle. Die Filterfeinheit beträgt 0,8 µm absolut – und zwar durchgängig über den gesamten Block, nicht von außen nach innen gestaffelt. Was „absolut“ bedeutet und warum das entscheidend ist, steht in Abschnitt 1.
Aus dem patentierten AQUALEN®-Verfahren entstehen zusätzliche Synergie-Effekte. Der wichtigste betrifft die Schwermetall-Ionen: Die Desorption wird grundsätzlich vermieden. Desorption bezeichnet den Vorgang, bei dem Atome oder Moleküle die Oberfläche eines Festkörpers wieder verlassen. Praktisch bedeutet das: Einmal gebundene Schwermetalle werden gehalten und nicht wieder in das durchfließende Wasser hineingewaschen.
Stufe 2 · Hohlfasermembran als Keimsperre
Die zweite Hälfte der Patrone bildet eine Hohlfasermembran eines japanischen Herstellers mit einer Porengröße von 0,1 µm. Sie wirkt rein mechanisch: Was größer ist als die Pore, kommt nicht hindurch.
Der Bakterienrückhalt liegt bei Log 6. Das bedeutet eine Reduktion um sechs Zehnerpotenzen – von einer Million Keimen im Zulauf passiert rechnerisch einer die Membran. Das entspricht einem Rückhalt von 99,9999 Prozent.
Warum zwei Stufen? Ein Aktivkohle-Block bindet gelöste Stoffe hervorragend, ist aber keine Keimsperre. Eine Membran hält Keime zuverlässig zurück, adsorbiert aber keine gelösten Moleküle. Die Kombination beider Prinzipien in einer Patrone deckt beides ab.
Zur Einordnung der folgenden Messwerte
Die Laborwerte auf dieser Seite stammen überwiegend von deutlich gröberen Aktivkohle-Blöcken. Geprüft wurde meist ein Block mit 5 µm Filterfeinheit. Der in der Patrone K7B / Aquadea-Q1 eingesetzte Block ist mit 0,8 µm über fünfmal feiner in seiner Struktur.
Eine feinere Struktur bedeutet: engerer Kontakt zwischen Wasser und Aktivkohle, längerer Weg durch den Block, längere Kontaktzeit. Genau das sind die Faktoren, von denen die Adsorption abhängt. Die hier dokumentierten Werte sind für die tatsächlich eingesetzte Patrone daher als konservativ zu betrachten – sie zeigen, was bereits ein gröberer Block leistet.
Hinzu kommt: Alle Prüfergebnisse beziehen sich nicht auf Aktivkohle allein, sondern auf den Aktivkohle-Block in Kombination mit den eingesetzten AQUALEN®-Fasern.
3 · Prüfgrundlagen und Standards
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NSF/ANSI Standard 42 Ästhetische Effekte |
Point-of-Use- (POU) und Point-of-Entry-Systeme (POE) zur Reduzierung ästhetischer bzw. nicht gesundheitsrelevanter Belastungsstoffe: Chlor, Geschmack, Geruch und Partikel. |
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NSF/ANSI Standard 53 Gesundheitliche Auswirkungen |
POU- und POE-Systeme zur Reduzierung gesundheitsrelevanter Belastungsstoffe wie Cryptosporidium, Giardia, Blei, flüchtige organische Chemikalien (VOC) und Methyl-tert-butylether (MTBE). |
| LGA | In ausgewählten Produkten sind die AQUALEN®-Aktivkohle-Blöcke LGA-zertifiziert. |
| DIN 38404-10 | Rechnerische Ermittlung der Calcitlösekapazität (Abschnitt 11). |
| EN ISO 11369 F12 | Prüfverfahren für die Pestizid-Werte der Patrone K7B / Aquadea-Q1 (Abschnitt 5). |
| EN ISO 11885 E22 | Prüfverfahren für die Schwermetall-Ionen-Werte der Patrone K7B / Aquadea-Q1 (Abschnitt 5). |
Prüfgegenstand: Aquaphor Aktivkohle-Blöcke mit AQUALEN®-Technologie.
4 · Metalle und Schwermetalle
Prüfnorm analog NSF/ANSI Standard 53 · Eigenüberprüfung Labor AQUAPHOR Corp., St. Petersburg · Durchflussgeschwindigkeit 2 l/min bei einer Patrone
| Parameter | Reduzierung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Blei | bis zu 99 % | NSF/ANSI Standard 53 |
| Kupfer | bis zu 99 % | |
| Uran | über 97 % | |
| Aluminium | über 95 % | |
| Nickel | bis zu 95 % | |
| Zink | bis zu 95 % | |
| Eisen | 50 – 95 % | abhängig vom pH-Wert |
| Mangan | 50 – 95 % | abhängig vom pH-Wert |
Werden zwei Patronen in Reihe geschaltet, verbessern sich die Werte nochmals.
5 · Erweiterte Laborwerte – Patrone K7B / Aquadea-Q1
Weitere Schadstoffe · Orientierungswerte1 · Beispiele der Reduzierung
Organische Stoffe
| Parameter | Reduzierung |
|---|---|
| Phenol | bis 99,5 % |
| Chloroform | bis 99,5 % |
| Benzol | bis 99 % |
Pestizide2
| Parameter | Reduzierung |
|---|---|
| Terbuthylazin | 89,3 % |
| Isoproturon | 89,1 % |
| Sebuthylazin | 88,3 % |
| Atrazin | 84,5 % |
Schwermetall-Ionen3
| Parameter | Reduzierung |
|---|---|
| Cadmium | 99,7 % |
| Kupfer | 99,2 % |
| Nickel | 99,1 % |
| Blei | 98,4 % |
Hormone4
| Parameter | Reduzierung |
|---|---|
| 17-α-Ethinylestradiol | 99 % |
1 Da die Reduzierung der aufgeführten Substanzen von sehr vielen Faktoren abhängig ist, werden in den Prüflaboren Standardverfahren eingesetzt, die von der täglichen Praxis abweichen können.
2 Prüfungen gemäß EN ISO 11369 F12.
3 Prüfungen gemäß EN ISO 11885 E22.
4 17-α-Ethinylestradiol, Prüfung Aquaphor R&D Lab.
6 · Rückhalt im Verlauf der Filtratmenge
Rückhalteraten in Abhängigkeit der bereits filtrierten Wassermenge · Durchfluss 1,5 l/min
| Parameter | 800 l | 880 la | 2.000 l | 2.080 lb | 3.200 l | 3.280 lc | 4.800 l |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Phenol | 98 % | 98 % | 97 % | 96 % | 92 % | 92 % | 91 % |
| Kupfer | > 99 % | 99 % | 98 % | 98 % | 97 % | 95 % | 93 % |
| Benzol | > 95 % | > 95 % | 95 % | 94 % | 93 % | 93 % | 92 % |
| Cadmium | > 97 % | 97 % | 97 % | 95 % | 94 % | 93 % | 91 % |
| Hexachlorcyclohexan Lindan / Insektizid |
> 99 % | > 99 % | 99 % | 98 % | 97 % | 90 % | – |
Prüfbedingungen der markierten Spalten:
a pH 9,0 · t = 28 °C |
b pH 9,0 · t = 4 °C |
c pH 6,0 · t = 4 °C
Quelle – Auszug der Ergebnisse: Institut Toxicology RU, Protokoll 14.–16.11.2007
◆ Geprüftes Produkt: Aquaphor B510-02 10″ Aktivkohle-Block (5 µm). Der von Aquadea verwendete Aktivkohle-Block – die Patrone K7B / Aquadea-Q1 – ist mit 0,8 µm über fünfmal feiner in seiner Struktur.
◆ Übersetzung; das russische Originalprotokoll liegt vor (Ehrlich Analytik Entwicklung GmbH).
◆ Die Ergebnisse beziehen sich auf das geprüfte Produkt und die Bedingungen während der Durchführung.
7 · Deutlich reduzierte Substanzen
Ergebnisse Aquaphor Corp., St. Petersburg, gemäß NSF-Protokoll Aquaphor Corp.
- Alachlor
- Atrazin
- Benzol (95 %)
- Bromdichlormethan
- Bromoform
- Carbofuran
- Tetrachlorkohlenstoff
- Chlor
- Chlorbenzol
- Chloroform
- Trihalogenmethane (THM)
- Cryptosporidium
- Dibromchlorpropan
- Dibromchlormethan
- ortho-Dichlorbenzol
- para-Dichlorbenzol
- 1,1-Dichlorethan
- 1,2-Dichlorethan
- 1,1-Dichlorethylen
- cis-1,2-Dichlorethylen
- trans-1,2-Dichlorethylen
- Ethylendibromid
- 1,2-Dichlorpropan
- cis-1,3-Dichlorpropen
- Ethylbenzol
- Giardia lamblia
- Hexachlorbutadien
- Hexachlorcyclohexan
- Blei (bis zu 99 %)
- Quecksilber
- Cadmium (bis zu 97 %)
- Lindan (bis zu 97 %)
- Methoxychlor
- Pentachlorphenol
- Simazin
- Styrol (Monomere)
- 1,1,2,2-Tetrachlorethan
- Tetrachlorethylen
- Toluol
- 1,2,4-Trichlorbenzol
- 1,1,1-Trichlorethan
- 1,1,2-Trichlorethan
- Trichlorethylen
- ortho-Xylol
- meta-Xylol
- para-Xylol
- PFOA (ca. 87 – 99 %)
Warum gerade diese Stoffe ausgewählt wurden
- Chlor steht stellvertretend für die Wasserdesinfektion.
- Benzol steht für den Bereich der Kohlenwasserstoffe.
- Phenol steht für organische Stoffe. Übergeordnet werden diese als TOC (total organic carbon) und VOC (volatile organic compounds) als Summenparameter zusammengefasst, die die Belastung des Wassers widerspiegeln.
- Blei steht als Beispiel für Schwermetalle.
- Lindan steht für den Bereich der Pestizide, Fungizide und Herbizide.
- Eisen – der Eisenrückhalt im angegebenen Umfang kann als besonderes Qualitätsmerkmal gesehen werden.
8 · PFOA und PFOS
Perfluoroctansäure (PFOA) wird nach den vorliegenden Prüfungen zu etwa 87 bis 99 % zurückgehalten.
Zur Reinigungswirkung von Aktivkohle-Blöcken gegenüber PFOA und PFOS im privaten Trinkwasser liegen unter anderem Messungen des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) vor.
9 · Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
PAK gelten als gesundheitsschädlich und werden als potenzielle Krebserreger eingestuft. Die molekularen Verbindungen aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen entstehen beispielsweise bei Hausbränden, wenn Matratzen, Vorhänge, Holzbalken, Kunststoff oder andere Gegenstände aus organischen Materialien verbrennen. Ins Wasser gelangen sie außerdem durch austretende Kfz-Flüssigkeiten.
Zur Entfernung von PAK aus Wasser werden häufig Aktivkohle-Blöcke eingesetzt. Bei entsprechender Durchflussgeschwindigkeit lässt sich damit eine sichere und effiziente Reduzierung erreichen.
Einsatzbereiche von Aktivkohle-Blöcken in Wasserreinigungsanlagen
- Benzol, Toluol, Xylol (BTEX)
- Chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW)
- Fluorierte Kohlenwasserstoffe (FCKW)
- Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
- Phenole
- Pestizide
10 · Woher die Belastungen stammen
Nach Stand des Wissens und der Technik sind Verkehrsflächen als wesentliche Quelle von Gewässerbelastungen aus Niederschlagswassereinleitungen anzusehen. Verkehrsflächenabflüsse sind durch Fahrzeugemissionen, atmosphärische Verunreinigungen und weitere Quellen mit organischen Schadstoffen belastet – PAK, Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW), Methyl-tert-butylether (MTBE) sowie Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel. Hinzu kommt eine starke Belastung mit Schwermetallen. Die Schadstoffe liegen dabei teils gelöst, teils partikulär gebunden vor.
Typische Verunreinigungen in Niederschlagsabflüssen befestigter Verkehrsflächen
| Stoff | Stoffquellen |
|---|---|
| Anorganische Schadstoffe | |
| Zink (Zn) | Reifenabrieb, Abrieb von Bremsbelägen, Abgase, Korrosionsverluste von Kfz, Verkehrsschilder und Leitplanken |
| Kupfer (Cu) | Reifenabrieb, Abrieb von Bremsbelägen, Abgase, Korrosionsverluste von Kfz |
| Blei (Pb) | Tropfverluste von Kraftstoffen, Abgas, Fahrbahnabrieb |
| Nickel (Ni) | Abrieb von Bremsbelägen, Fahrbahnabrieb, Katalysatoren, Korrosionsverluste von Kfz |
| Chrom (Cr) | Reifenabrieb, Abrieb von Bremsbelägen |
| Cadmium (Cd) | Reifenabrieb, Korrosionsverluste von Kfz |
| Platin (Pt) | Katalysatoren |
| Organische Schadstoffe | |
| Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) | Tropfverluste von Motorölen, Kraftstoffen und Frostschutzmitteln, Abgase, Verdampfungsverluste |
| Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) | Reifenabrieb, Abgase als Rückstände unvollständiger Verbrennung, Fahrbahnabrieb |
| MTBE / ETBE | Tropfverluste von Kraftstoffen, Abgase als Rückstände unvollständiger Verbrennung |
| Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel (PSBM) | Verfrachtung aus der Landwirtschaft |
11 · Calcitlösekapazität
Calcit ist eine Kristallmodifikation – eine Form – des Calciumcarbonats (CaCO3). Als Calcitlösekapazität bezeichnet man die Masse Calcit, die ein Wasser in einem Liter lösen kann. Sie ist dann unsichtbar als Salz gelöst. Ermittelt wird sie rechnerisch nach DIN 38404-10; sie gibt einen Hinweis auf das korrosionschemische Verhalten eines Wassers.
Bei calcitabscheidenden Wässern – also Wässern, die zu viel Kalk enthalten und diesen aussondern – wird der Wert für die Calcitlösekapazität negativ.
Grenzwert Trinkwasserverordnung: 5 mg/l. Die Anforderung gilt als erfüllt, wenn der pH-Wert am Wasserwerksausgang mindestens 7,7 beträgt. Hinter der Stelle der Mischung von Trinkwasser aus zwei oder mehr Wasserwerken darf die Calcitlösekapazität im Verteilungsnetz den Wert von 10 mg/l nicht überschreiten.
Calcitsättigung
Zustand des Wassers, bei dem im Kontakt mit Calcit weder Auflösung noch Abscheidung von Calcit stattfindet: Dc = 0. Die Calcitsättigung wird auch als Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht bezeichnet.
Sättigungs-pH-Wert
Auch pH-Wert der Calciumcarbonatsättigung bzw. pH-Wert der Calcitsättigung:
CaCO3 + H+ ⇄ Ca2+ + HCO3−
Bei verzinkten Stahlleitungen und bei Kupferleitungen besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem pH-Wert des Wassers und den nach Stagnation im Trinkwasser auftretenden Zink- bzw. Kupferkonzentrationen: Je tiefer der pH-Wert, desto höher die Gehalte dieser Schwermetalle im stagnierenden Wasser. Bei weicheren Wässern besteht in Bezug auf die Löslichkeit von Blei dieselbe Tendenz.
Zum Schutz des Verbrauchers vor überhöhten Schwermetall-Konzentrationen im Trinkwasser ist es also sinnvoll, den pH-Wert so weit wie möglich anzuheben. Eine Anhebung über 7,8 ist allerdings nicht erforderlich. Die technische Grenze bildet der pH-Wert, bei dem ein Wasser in den Bereich der Calcit-Abscheidung gelangt.
12 · Ihre Vorteile
- Keine Trübungen – Trinkwasser mit bestem Geschmack und Geruch
- Zwei Filterstufen in einer Patrone – Adsorption und Keimsperre
- Hohlfasermembran mit 0,1 µm Porengröße: Bakterienrückhalt Log 6 (99,9999 %)
- Aktivkohle-Block mit 0,8 µm absoluter Filterfeinheit, durchgängig – geprüft nach NSF-Standard 42
- Schonung von Maschinen – weniger Ausfälle durch verhinderten Partikeleintrag
- Einfachste Handhabung durch Schnellwechsel-System
- Innovativer Verriegelungsgriff mit sicherer Arretierung
13 · Wichtige Hinweise
- Die aufgeführten Stoffe können, müssen aber nicht im Wasser enthalten sein.
- Die Ergebnisse der Reduzierung können in der Praxis abweichen – es sind sowohl höhere als auch niedrigere Reduzierungen möglich. Zusammensetzung des Wassers, Gesamtmenge des Filtrats, Konzentration des gemessenen Stoffes, Durchflussgeschwindigkeit und Temperatur können von den Laborbedingungen abweichen. Die aufgeführten Ergebnisse sind daher als Orientierungswerte zu verstehen. Kein Wasser ist gleich.
- Die Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf den genannten Prüfgegenstand und die beschriebenen Prüfbedingungen. Auszugsweise Veröffentlichung oder Wiedergabe dieses Berichtes nur mit schriftlicher Genehmigung.
- Generell ist zu beachten, dass jeder Aktivkohle-Block eine begrenzte Adsorptionskapazität hat. Das Leitungswasser, das gemäß Trinkwasserverordnung zur Verfügung steht, kann Spuren dieser Schadstoffe enthalten; für deren Entfernung ist die Kapazität des Aktivkohle-Blocks innerhalb der Filterwechselzeiten und Volumenangaben ausreichend.
Da jedes Wasser verschieden ist – so wie jede Schneeflocke und jeder Mensch – lässt sich keine allgemeingültige Aussage treffen, wie viel Liter Wasser sich mit einer Filterpatrone genau filtern lassen.
Außer den Inhaltsstoffen gibt es viele weitere Abhängigkeiten: Temperatur, pH-Wert, Wasserdruck. Auch können von den rund 100.000 Stoffen, die in die Umwelt gelangen, manche im Zusammenspiel eigenartige Phänomene erzeugen, die möglicherweise noch gar nicht erforscht sind. Es sind nahezu unendlich viele Kombinationen möglich.
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